Der verbotene Keller

Eine Deutsch als Fremdsprache Kurzgeschichte

Eltern. Manchmal verstehe ich sie einfach nicht. Gestern sagt Papa: „Max, du bist jetzt 13 Jahre alt. Es ist Zeit, dass du Verantwortung übernimmst.“ Mama nickt. Verantwortungen? Was meinen die?

Heute Morgen sagt Mama: „Der Keller ist unordentlich. Räume ihn bitte auf!“ Der Keller? Da war ich noch nie. Papa sperrt die Tür immer ab. „Ist gefährlich da unten“, sagt er immer. Gefährlich?

Nach dem Frühstück stehe ich vor der Kellertür. Sie ist aus dunklem Holz und hat ein kleines, vergittertes Fenster. Ich höre mein Herz klopfen. Langsam nähere ich mich dem schweren Schloss. Papa hat den Schlüssel vergessen, liegt auf dem Küchentisch. Ich nehme ihn und stecke ihn vorsichtig ins Schlüsselloch. Drehe langsam. Klick.

Die Tür öffnet sich mit einem Knarren. Staubige Luft strömt heraus. Ich spüre Gänsehaut. Im Keller ist es dunkel. Nur ein schwacher Lichtstrahl fällt durch das Fenster. Ich sehe alte Kisten, Spinnweben und… eine Truhe?

Die Truhe ist aus Holz, verziert mit seltsamen Zeichen. Ich bin neugierig. Was ist wohl darin? Langsam nähere ich mich. Bückt mich runter und hebe den schweren Deckel.

Innen ist es dunkel. Ich strecke meine Hand hinein und berühre etwas Weiches. Stoff? Schnell ziehe ich die Hand zurück. Schreck lass nach! Was ist das?

Plötzlich höre ich Schritte hinter mir. Drehe mich schnell um. Papa steht in der Türöffnung. Die Schlüssel liegen auf dem Boden. Er starrt mich an, sein Gesicht ist weiß.

„Max! Was machst du da?“

Schweiß läuft mir die Stirn herunter. Meine Stimme versagt. Ich kann nichts sagen. Papa tritt langsam in den Keller. Er schaut in die Truhe. Dann hebt er langsam den Blick und sieht mich an.

„Sag mir, Max“, flüstert er, „bist du ihm gefolgt?“


Alle Personen und Ereignisse in diesem Werk sind fiktiv. Ähnlichkeiten mit realen, lebenden oder verstorbenen Personen oder tatsächlichen Ereignissen sind rein zufällig.

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